Suche
  • Sophie

Nur mal eben die 70 Sachen packen

Vor mir am Boden liegen haufenweise Gegenstände: T-Shirts und Hosen, Pullover und Jacken, diverse Ladegeräte und meine Reiseapotheke, Socken, Unterwäsche, Badekleidung, Handtuch, Hüttenschlafsack, Reisedokumente, eine Kamera, ein Laptop, ein Kindle, ein Skizzenbuch, Stifte und Aquarellfarben, ungezählte Masken, ein Kulturbeutel, drei paar Schuhe und eine Wärmflasche.


Und all das soll nun also in meinen Rucksack passen.


In den praktischen Packtaschen wirken die Kleidungsstücke schon einmal ordentlich verstaut - da fällt dann auch nicht mehr auf, dass doch nicht so sparsam ausgewählt wurde, wie es vermutlich nötig gewesen wäre. Mein Rücken wird es mir am Ende vielleicht heimzahlen, aber momentan bin ich froh, einen Packsack nach dem anderen in Tetris-Manier in den Rucksack gleiten lassen zu können. Die Technik bereitet mir mehr Kopfzerbrechen, will doch alles stoßgedämpft und sicher eingepackt sein. Und dann noch der ganze restliche Krimskrams, gut, der wird einfach in den Rucksack gestopft wo er eben noch hinpasst. Hier erweist sich mein neuer Rucksack als erstaunlich geduldig. Stück um Stück verschwindet in diversen Fächern und Taschen, der Rucksack beult sich aus.

Aber am Ende gehen die Reißverschlüsse mit etwas Überzeugungsarbeit doch noch ganz wunderbar zu.


14 Kilo wiegt das gute Stück zum Schluss.


Lutz bepackt seinen deutlich größeren Rucksack mit 16 Kilo. Versteht sich von selbst, schließlich sind alle seine Kleidungsstücke ja ein gutes Stück länger als meine.

Am Ende trägt er meine Wärmflasche, dafür helfe ich ihm mit den Kontaktlinsen aus: Tageslinsen für 6 Monate nimmt er mit, da kommen einige Schachteln zusammen. Aber damit kann er sicher sein, 6 Monate scharf zu sehen. Oder 12 Monate auf jeweils einem Auge.




Unsere Reisebegleiter sind gepackt - jetzt geht es an den Auszug


Die Rucksäcke sind bereit, wir sind bereit und die Kisten sind gepackt. Nach Lutz letztem Arbeitstag am 24. November geht es dann Schlag auf Schlag. Wir räumen die Wohnung komplett, demontieren alle Möbel, entsorgen mit kindlicher Freude kiloweise Krempel auf dem Wertstoffhof. Am 27. November helfen uns liebe Freunde, den Umzugswagen zu beladen, die Wohnung ist innerhalb von einer Stunde leer. Ein letztes Abschiedsessen, die Wohnungsübergabe, noch ein Abstecher zur Mama - und wir sind on the road nach Köln, bzw. Frielingsdorf im Bergischen Land, wo Lutz´ Eltern wohnen und uns tatsächlich erlaubt haben, all unser Hab und Gut für die Dauer unserer Reise bei Ihnen einzulagern. Unsere Helden! Nach 6 Stunden Fahrt fallen wir dort um 23 Uhr erschöpft ins Bett.


Am nächsten Morgen laden wir mit zupackender Hilfe der lieben Lüdtkes den Umzugswagen aus, bringen ihn zur nächsten Verleihstation, kehren in Lutzens Elternhaus zurück und stellen dort fest, dass wir es geschafft haben: der Auszug ist erledigt, die Möbel und Kisten sind verräumt, alles hat trotz enger Taktung sehr gut funktioniert und wir sind so weit:


Die Reise kann losgehen


Am Tag unserer Abreise hat es tatsächlich geschneit. Wir starten also dick eingepackt in mehrere Lagen Kleidung. Da soll mal einer sagen, dass wir zu viel gepackt haben. Wir brauchen das alles. Gleichzeitig.


Die Reise startet mit einer Abschiedstournee durch Köln und München. Es regnet (Köln) und schneit (München), das Thermometer fällt unter 0 Grad. Wir versprechen uns gegenseitig, dass dies der Tiefpunkt unserer Reise in Sachen Temperatur bleiben soll. Wir müssen weiter in den Süden und zwar ein ganzes Stück.


Und so steigen wir am Abend des 3. Dezember in München in den Nachtzug nach Venedig.


125 Ansichten4 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Goodbye, Lutz!

Hanoi